Wartung

Heizungswartung: Wie oft und was wird gemacht?

Von Mahdi Amirian, Installateur- und Heizungsbaumeister Stand: August 2026 Lesezeit ca. 6 Minuten

Die Heizungswartung ist die Leistung, bei der am meisten geschummelt wird – weil kaum ein Kunde nachprüfen kann, was tatsächlich gemacht wurde. Dieser Artikel zeigt Ihnen, was bei einer ordentlichen Wartung passiert, damit Sie das Protokoll lesen und einordnen können.

Das Wichtigste in Kürze

  • Einmal jährlich ist der Richtwert für Gas- und Ölheizungen, alle ein bis zwei Jahre für Wärmepumpen.
  • Eine Wartung dauert 60 bis 120 Minuten. Wer nach 20 Minuten wieder geht, hat nicht gewartet.
  • Kosten: 150 – 250 € für eine Gastherme, 200 – 320 € für eine Wärmepumpe.
  • Eine Wartungspflicht besteht nicht direkt per Gesetz – aber über Herstellergarantie, Versicherung und Mietrecht praktisch doch.
  • Sie haben Anspruch auf ein schriftliches Protokoll mit Messwerten. Bestehen Sie darauf.

Wie oft ist eine Wartung wirklich nötig?

AnlagentypIntervallWarum
Gas-BrennwertgerätjährlichVerbrennung, Wärmetauscher und Sicherheitseinrichtungen müssen geprüft werden
ÖlheizungjährlichDüse und Filter verschleißen, Rückstände beeinträchtigen die Verbrennung
Luft-Wasser-Wärmepumpealle 1 – 2 JahreWeniger Verschleißteile, aber Verdampfer und Kondensatablauf verschmutzen
Pelletheizungjährlich, teils häufigerAscheaustrag und Brennraum brauchen regelmäßige Reinigung
FußbodenheizungSpülung alle 8 – 10 JahreAblagerungen verringern die Leistung

Was bei einer Gastherme tatsächlich gemacht wird

Eine vollständige Wartung umfasst diese Schritte. Wenn Ihr Protokoll deutlich kürzer ist, fragen Sie nach.

  1. Sichtprüfung von Gerät, Gasleitung, Abgasführung und Sicherheitsventil auf Korrosion und Undichtigkeiten.
  2. Brenner ausbauen und reinigen. Der eigentliche Kern der Wartung – Ablagerungen verschlechtern die Verbrennung messbar.
  3. Wärmetauscher reinigen. Verrußte oder verkalkte Flächen kosten direkt Wirkungsgrad.
  4. Zünd- und Ionisationselektrode prüfen, reinigen, Abstand kontrollieren – häufigste Ursache für Störabschaltungen.
  5. Abgasmessung mit Messgerät: CO, CO₂ und Abgastemperatur. Diese Werte gehören ins Protokoll.
  6. Gasdruck prüfen und bei Bedarf einstellen.
  7. Anlagendruck kontrollieren und Wasser nachfüllen, wenn nötig.
  8. Ausdehnungsgefäß prüfen. Wird oft übersprungen – ein defektes Gefäß ist die häufigste Ursache für ständigen Druckverlust.
  9. Sicherheitsventil und Umwälzpumpe auf Funktion prüfen.
  10. Regelung und Heizkurve kontrollieren, gegebenenfalls anpassen.
  11. Protokoll ausfüllen und mit Ihnen durchgehen.

Bei einer Wärmepumpe

Hier verschiebt sich der Schwerpunkt: Verdampfer und Lamellen des Außengeräts reinigen, Kondensatablauf prüfen (im Winter eine häufige Fehlerquelle), Kältemitteldruck kontrollieren, Filter im Heizkreis säubern, Volumenstrom prüfen und die Betriebsdaten der Regelung auswerten. Letzteres ist besonders aufschlussreich: An den Laufzeiten und Starts pro Tag erkennt man, ob die Anlage taktet.

Was eine Wartung kostet

LeistungÜbliche Kosten
Wartung Gas-Brennwertgerät150 – 250 €
Wartung Ölheizung180 – 280 €
Wartung Luft-Wasser-Wärmepumpe200 – 320 €
Heizungsspülung und Neubefüllungab 890 €
Ersatzteile (z. B. Elektrode, Dichtungen)nach Aufwand

Mit einem Wartungsvertrag sichern Sie sich einen festen Termin und in der Regel bevorzugte Behandlung im Störungsfall. Bei uns entfällt die Notdienst-Einsatzpauschale, wenn ein Wartungsvertrag läuft.

Ist die Wartung Pflicht?

Ein Gesetz, das die jährliche Wartung direkt vorschreibt, gibt es für Privathaushalte nicht. Praktisch führen aber vier Wege dorthin:

  • Herstellergarantie. Fast alle Hersteller verlangen die jährliche Wartung durch einen Fachbetrieb. Ohne Nachweis ist die Garantie im Schadensfall weg.
  • Gebäudeversicherung. Nach einem Wasserschaden durch die Heizung fragt der Versicherer nach den Wartungsnachweisen. Fehlen sie, kann er die Leistung kürzen.
  • Mietrecht. Als Vermieter sind Sie zur Instandhaltung verpflichtet. Die Wartungskosten dürfen Sie als Betriebskosten umlegen – aber nur, wenn sie auch anfallen.
  • Kehr- und Überprüfungsordnung. Der Schornsteinfeger prüft Abgaswerte und Abgasweg. Das ersetzt keine Wartung, deckt aber Mängel auf.

Achten Sie auf das Protokoll. Ein ordentliches Wartungsprotokoll enthält gemessene Werte – CO in ppm, Abgastemperatur, Anlagendruck – nicht nur Häkchen bei „geprüft". Ohne Messwerte können Sie im Garantie- oder Versicherungsfall nichts belegen.

Was Sie selbst tun können

Zwischen den Wartungen gibt es drei Dinge, die keine Fachkenntnis brauchen:

  • Anlagendruck prüfen. Ein Blick auf das Manometer, etwa alle zwei Monate. Bei einem Einfamilienhaus sollte er zwischen 1,2 und 2,0 bar liegen. Fällt er regelmäßig ab, stimmt etwas nicht.
  • Heizkörper entlüften, wenn sie oben kalt und unten warm sind oder gluckern. Danach den Druck kontrollieren und bei Bedarf nachfüllen.
  • Außengerät der Wärmepumpe freihalten. Laub, Schnee und Bewuchs behindern die Luftzufuhr. Ein halber Meter Abstand rundum genügt.

Alles Weitere – insbesondere alles, was Gas führt – gehört in Fachhände. Arbeiten an Gasleitungen dürfen ausschließlich eingetragene Fachbetriebe ausführen.

Wartung fällig?

Wir prüfen Ihre Anlage gründlich, dokumentieren alle Messwerte und sagen Ihnen ehrlich, was nötig ist – und was nicht.