Was kostet eine Wärmepumpe im Altbau?
Über kaum ein Thema wird so viel Unsinn erzählt wie über Wärmepumpen im Altbau. Die einen sagen, es funktioniere grundsätzlich nicht, die anderen versprechen jedem Haus eine Wärmepumpe. Beides ist falsch. Was zählt, sind zwei Zahlen – und die kann man vorher ermitteln.
Das Wichtigste in Kürze
- Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe im Altbau kostet komplett installiert meist 25.000 – 40.000 €.
- Mit Förderung bleiben davon häufig 15.000 – 25.000 € Eigenanteil.
- Entscheidend sind zwei Werte: die Heizlast Ihres Hauses und die nötige Vorlauftemperatur.
- Liegt die Vorlauftemperatur unter 55 °C, funktioniert eine Wärmepumpe in aller Regel wirtschaftlich – auch ohne Fußbodenheizung.
Was „Altbau" überhaupt bedeutet
Der Begriff ist unbrauchbar, weil er alles von der Gründerzeitvilla bis zum Reihenhaus von 1985 umfasst. Für die Frage, ob eine Wärmepumpe funktioniert, ist das Baujahr fast egal. Entscheidend ist, wie viel Wärme Ihr Haus an einem kalten Wintertag braucht und mit welcher Temperatur diese Wärme in die Räume gebracht werden muss.
Ein gut saniertes Haus von 1930 mit neuen Fenstern und gedämmtem Dach kann für eine Wärmepumpe besser geeignet sein als ein ungedämmter Bau von 1975.
Die zwei Zahlen, auf die es ankommt
Die Heizlast
Die Heizlast sagt, wie viel Kilowatt Heizleistung Ihr Haus am kältesten Tag des Jahres benötigt. Sie wird nach DIN EN 12831 berechnet – Raum für Raum, anhand von Fläche, Fenstern, Dämmung und Ausrichtung. Eine seriöse Auslegung ohne diese Berechnung gibt es nicht.
Grobe Orientierung: Ein unsaniertes Einfamilienhaus mit 150 m² liegt oft bei 12 bis 18 kW, ein teilsaniertes bei 8 bis 12 kW, ein gut gedämmtes bei 5 bis 8 kW.
Die Vorlauftemperatur
Das ist die eigentliche Schlüsselzahl. Je heißer das Wasser sein muss, das durch Ihre Heizkörper läuft, desto mehr Strom braucht die Wärmepumpe. Als grobe Regel gilt: Jedes Grad weniger Vorlauftemperatur spart etwa 2,5 % Stromkosten.
| Benötigte Vorlauftemperatur | Eignung für eine Wärmepumpe |
|---|---|
| bis 40 °C | Ideal – typisch bei Fußbodenheizung, sehr niedrige Betriebskosten |
| 40 – 55 °C | Gut geeignet – der häufigste Fall im sanierten Altbau, wirtschaftlicher Betrieb |
| 55 – 65 °C | Machbar, aber teurer im Betrieb. Meist lohnt es sich, vorher einzelne Heizkörper zu tauschen |
| über 65 °C | Nicht sinnvoll ohne vorherige Maßnahmen an Gebäudehülle oder Heizflächen |
Der praktische Test: Drehen Sie an einem kalten Wintertag die Vorlauftemperatur Ihrer bestehenden Heizung schrittweise herunter. Wenn alle Räume bei 55 °C noch warm werden, ist Ihr Haus grundsätzlich geeignet. Mehr dazu in unserem Artikel Wärmepumpe mit Heizkörpern – funktioniert das?
Was eine Wärmepumpe im Altbau tatsächlich kostet
Die folgenden Zahlen gelten für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe in einem Einfamilienhaus im Düsseldorfer Raum, inklusive Demontage der alten Anlage, Montage, Inbetriebnahme und Mehrwertsteuer.
| Position | Typische Kosten |
|---|---|
| Wärmepumpe inkl. Außen- und Inneneinheit | 14.000 – 22.000 € |
| Montage, Hydraulik, Elektro, Inbetriebnahme | 6.000 – 10.000 € |
| Warmwasserspeicher | 2.000 – 3.500 € |
| Pufferspeicher (je nach Anlage) | 1.200 – 2.000 € |
| Hydraulischer Abgleich (Pflicht für die Förderung) | 890 – 1.400 € |
| Demontage und Entsorgung der Altanlage, bei Öl inkl. Tank | 800 – 2.500 € |
| Einzelne Heizkörper tauschen (falls nötig) | 400 – 900 € je Stück |
| Gesamt, realistisch | 25.000 – 40.000 € |
Was die Förderung davon übrig lässt
Über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) gibt es beim Heizungstausch:
- 30 % Grundförderung für alle förderfähigen Wärmeerzeuger
- +20 % Klimageschwindigkeitsbonus, wenn Sie eine funktionierende Öl-, Gas- oder Nachtspeicherheizung ersetzen
- +30 % Einkommensbonus bei einem zu versteuernden Haushaltseinkommen bis 40.000 €
- +5 % Effizienzbonus bei Erdwärme oder natürlichem Kältemittel
Maximal sind 70 % möglich, gedeckelt auf förderfähige Kosten von 30.000 € beim Einfamilienhaus. Praktisch heißt das: Bei einer 32.000-Euro-Anlage und 50 % Fördersatz bleiben rund 17.000 € Eigenanteil.
Wichtig zur Reihenfolge: Der Förderantrag muss vor der Auftragsvergabe gestellt sein. Wer erst beauftragt und dann beantragt, verliert den Anspruch. Den Antrag stellen Sie selbst – wir bereiten alle nötigen Unterlagen und Nachweise vor und erklären Ihnen jeden Schritt.
Woran Projekte im Altbau wirklich scheitern
Nach unserer Erfahrung sind es selten die Wärmepumpen selbst, sondern diese vier Punkte:
- Falsch ausgelegt. Eine zu große Wärmepumpe taktet ständig, verschleißt schneller und verbraucht mehr. Deshalb die Heizlastberechnung – nicht der Daumenwert.
- Kein hydraulischer Abgleich. Ohne ihn bekommen einzelne Räume zu viel und andere zu wenig, und die Vorlauftemperatur muss unnötig hoch bleiben.
- Schallschutz nicht bedacht. Das Außengerät gehört nicht unter das Schlafzimmerfenster des Nachbarn. In NRW gelten die Immissionsrichtwerte der TA Lärm – nachts 35 dB(A) in reinen Wohngebieten.
- Alte Rohrquerschnitte. In manchen Altbauten sind die Leitungen so eng, dass die nötige Wassermenge nicht durchpasst. Das lässt sich vorher prüfen.
Wann sich die Investition rechnet
Eine Wärmepumpe mit einer Jahresarbeitszahl von 3,5 erzeugt aus einer Kilowattstunde Strom 3,5 Kilowattstunden Wärme. Bei aktuellen Preisen liegen die Heizkosten damit meist unter denen einer Gasheizung – besonders, wenn eine Photovoltaikanlage einen Teil des Stroms liefert.
Mit Förderung amortisiert sich die Mehrinvestition gegenüber einer neuen Gasheizung in der Regel nach acht bis zwölf Jahren. Dazu kommt, was sich schlecht in Zahlen fassen lässt: Unabhängigkeit von Gaspreisen, kein Schornsteinfeger für die Heizung, und ein Gebäude, das die Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes erfüllt.
Der ehrliche Rat
Lassen Sie sich nicht von pauschalen Aussagen verunsichern – in keine Richtung. Ob Ihr Haus geeignet ist, lässt sich in einem Vor-Ort-Termin klären, und zwar bevor Sie irgendetwas unterschreiben. Wenn wir zu dem Ergebnis kommen, dass eine Wärmepumpe bei Ihnen keinen Sinn ergibt, sagen wir Ihnen das.
Einen ersten Anhaltspunkt bekommen Sie mit unserem Wärmepumpen-Check in etwa zwei Minuten.
Passt eine Wärmepumpe zu Ihrem Haus?
Machen Sie den kostenlosen Check – wir melden uns mit einer persönlichen Einschätzung und rechnen Ihre mögliche Förderung durch.
Passend dazu
Weitere Fragen dazu: im FAQ-Bereich nachlesen →